






Michel Majerus wurde nur 35 Jahre alt, und doch hinterlässt der Künstler (1967 – 2002) ein vielschichtiges und umfangreiches Werk. In seinen Arbeiten zitiert er Phänomene der Alltagskultur wie Computerspiele, Comics und Werbung ebenso wie das kunsthistorische Repertoire von Minimal Art und Pop Art. Mit dieser Samplingmethode, die verschiedene Bildelemente frei und unhierarisch kombiniert, hat er der Malerei neue wichtige Impulse gegeben. Aufgrund der großen Formate seiner Arbeiten und ihres installativen Charakters konnten bislang nur wenige Museen das Werk von Michel Majerus in allen Facetten zeigen. Diese Lücke schließt das Kunstmuseum Stuttgart mit einer über hundert Gemälde und Installationen umfassenden Werkschau.
Die Ausstellung im Haus der Kunst ist die erste umfassende Präsentation der Werke Thomas Ruffs (geb. 1958) seit über zehn Jahren und vollzieht in chronologischer Reihenfolge seine künstlerische Entwicklung nach. Sie zeigt Werkgruppen, die Ruff in den 1980er Jahren international bekannt machten – seine Serie von Interieurs etwa oder die Porträts, deren Bildauffassung der traditionellen Konvention widersprach, dass ein gelungenes Porträt eine psychologisierende Interpretation anbieten sollte. Ruffs sachliche und minutiöse Darstellung der Oberfläche ausdrucksloser Gesichter führte zu einer veränderten Wahrnehmung des fotografischen Porträts. Ruffs Bilder bestechen durch ihre Größe und perfekte Verarbeitung. In den letzten 30 Jahren hat der Künstler immer wieder formale und technische Aspekte der analogen und digitalen Fotografie abgehandelt und sich für verschiedene Serien auch fremdes Material angeeignet, das er durch seine Bearbeitung in die bildende Kunst überführte. Die aktuelle Serie Thomas Ruffs zeigt Oberflächen des Mars, die er der Website der NASA entnommen hat, und die er in Bilder von fragiler Schönheit übersetzt.
„why i never became a dancer“ ist die zweite ausstellung der kooperation zwischen sammlung goetz und haus der kunst und präsentiert 15 videoarbeiten internationaler künstler, die sich im weitesten sinne mit dem thema jugendkultur auseinandersetzen. mit doug aitken, rineke dijkstra, tracey emin, rosemarie trockel u.a.

Albert Renger-Patzsch, Astwerk einer Solitärfichte, ca. 1960, Albert Renger-Patzsch Archiv | Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Pinakothek der Moderne © Ann und Jürgen Wilde, Zülpich / VG Bild-Kunst, Bonn